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Kolumne: Warum Schurken die wahren Helden sind

Egal welche Serie ich schaue – es ist meist sicher, dass ich  den Hauptdarsteller, den Helden einer Serie sympathisch finde und mit ihm mit fiebere. Aber meine Lieblingscharaktere sind dann doch eher die Bösewichter. Woran mag das liegen? Zum einen erfüllen sie nicht – wie der Held (irgendwann im Laufe der Serie) irgendwelche Klischees. Sie sind meist unberechenbar, manipulativ und das ist großartig. Gerade durch sie nehmen Serien unerwartete Wendungen.

Oder liegt es einfach daran, dass diese Rollen einfach immer durch fantastische Schauspieler besetzt werden? Das kann irgendwie nicht sein – würden die „guten“ Charaktere schlecht Schauspielern, würde ich die Serien sicher nicht schauen. Es ist einfach unheimlich spannend zu sehen, was in dem Gehirn dieser bösen Genies so vor sich geht, wie sie teilweise auch etwas Gutes in sich tragen – was in den Serien auch immer irgendwann thematisiert wird.

Jedenfalls schaffen sie es mühelos sich dem Zuschauer ins Gedächtnis zu spielen und stehlen dem Helden die Show. Man will dann, dass diese besonderen Charaktere mehr Screentime bekommen, weil sie einfach dann für einen die Lieblingscharaktere der Serie sind. Man fühlt praktisch gerne mit diesen geplagten Seelen mit und ist gespannt auf ihren nächsten Zug.

Ein aktuelles Beispiel dafür, dass das nicht nur in Serien, sondern auch für Filme gilt, ist Batman: The Dark Knight. Sicherlich, Christian Bale (nebenbei einer meiner Lieblingsschauspieler) spielt wirklich richtig gut. Aber wer ist den viel interessanter, wen will der Zuschauer sehen und wer ist es, der Batman mit Leichtigkeit die Show stiehlt: Ganz genau – der Joker.

Schauen wir uns zum Abschluss also mal ein paar der bekanntesten Serien-Bösewichte der Neuzeit an (Achtung: kleine Spoiler):

 

1.) Arvin Sloane (Alias): Kein Charakter ist so ambivalent wie er. Am Anfang der skrupellose Chef von SD-6 und Oberbösewicht, entwickelt er sich im Laufe der Serie zum extrem vielschichtigen Charakter, der die Leute sehr gut täuschen kann und für seine Zwecke einsetzt. Erst durch seine Tochter  bekommt er  zeitweilig mehr und mehr humane Züge. Letztendlich kommt er jedoch nie von seiner Obsession für Rambaldi los und entscheidet sich somit im Endeffekt immer für die „dunkle“ Seite. Dargestellt wird Arvin Sloane von Ron Rifkin, der zur Zeit in der Serie Brothers & Sisters zu sehen ist.

 

2.) Benjamin Linus (Lost): Der Anführer der Anderen schafft es wie kein Zweiter alle Menschen so zu manipulieren, dass sie schlussendlich nach seinem Willen handeln. Er hat perfide alle Dinge auf lange Zeit geplant. Er benutzt jeden und bedient sich aller möglichen Mittel, um seine Ziele zu erreichen und vor allem um die Insel zu beschützen. Um das zu kriegen, was er will, zögert er keinen Moment über Leichen zu gehen. Seine Cleverness und Hinterlistigkeit sind seine großen Stärken, die er immer wieder auszuspielen vermag. Gespielt wird Ben von Michael Emerson, der für diese Rolle schon zweimal für den Emmy nominiert wurde. Ich bin der Meinung er sollte ihn endlich kriegen! Unter anderem hatte er auch eine Nebenrolle im Film Saw.

 

3.) Sylar (Heroes): Der unscheinbare Uhrmacher Gabriel Gray, der durch bestimmte Umstände zum unberechenbaren Serienkiller Sylar wird und seitdem einen gewissen Hunger nach neuen Fähigkeiten verspürt. Dazu braucht er aber die Gehirne seiner Opfer, was ihn zum gefährlichsten aller Charaktere macht. Dargestellt wird Sylar von Zachary Quinto, der seine Rolle extrem genial spielt (vor allem in Staffel 3 wo er und Kristen Bell alle anderen Charaktere in den Schatten stellen). Quinto hat keinerlei Probleme die verschiedenen „Rollen“ des Sylar im Laufe der Serie darzustellen – Sylar macht eigentlich in jeder Hinsicht damit eine gute Figur. Bitte einen Emmy für diese schauspielerische Leistung! Sehen kann man Quinto in einer Nebenrolle in der 3. Staffel der Serie 24, sowie nächstes Jahr im neuen Star-Trek-Film als Mr. Spock. 

 

4.) Dexter Morgan(Dexter): Die Serie Dexter ist deswegen so besonders, weil hier der Serienkiller gleichzeitig auch der Hauptcharakter und somit auch eigentlich der „Held“ der Serie ist. Dexter Morgan arbeitet tagsüber als scheinbar schüchternener und zurückhaltender Blutspritzeranalytiker bei der Polizei. Doch aufgrund von Erlebnissen in seiner Kindheit, hat er den Drang zu töten. Deswegen sucht er sich nachts Mörder und andere Schwerkriminelle aus, die der Justiz entkommen sind und lässt also Gerechtigkeit walten, indem er seine Mordlust dazu nutzt, um die Stadt von dem menschlichen „Abschaum“ zu „säubern“. Es ist schon erstaunlich, was so im Kopf eines psychisch kranken Menschen vorgeht – Dexter hat so gut wie keine Gefühle und weicht auch sonst extrem von der Norm ab. Obwohl er ein brutaler Serienkiller ist, kann man ihn trotzdem irgendwie sympathisch finden. Verkörpert wird Dexter von Michael C. Hall, der die Rolle wirklich brilliant spielt. Er war dafür schon zweimal für den Golden Globe und einmal für den Emmy nominiert. Seine einzige bekannte Rolle davor, war die des Leichenbestatters David Fisher in Six Feet Under.

 

5.) Alexander Mahone (Prison Break): Sicherlich gibt es „bösere“ Charaktere als ihn in Prison Break, aber Mahone ist so ein großartiger Charakter, das er einfach mit in diese Liste muss. Er ist ein FBI-Agent, der die 8 Flüchtlinge, die aus dem Gefängnis Fox River geflohen sind, wieder einfangen soll. Aufgrund eines älteren Falls hat Mahone zudem psychische Probleme. Das besondere an ihm ist seine extreme Intelligenz. Damit erhält Michael Scofield das erste Mal einen wirklich ebenbürtigen Gegner. Eigentlich arbeitet er nicht wirklich für das FBI, sondern für die „Company“ – einer Organisation, die extrem viel Macht und Einfluss in allen gesellschaftlichen Bereichen hat. Von dieser Seite wird ihm der Auftrag gegeben die „Fox River Eight“ zu eliminieren. Mahone kann sich extrem gut in andere Menschen reinversetzen und weiß immer vorher schon, was sie denken und wie sie handeln werden. Im weiteren Verlauf der Serie wird Mahone für mich der ausdrucksstärkste Charakter, mit dem man am meisten mitfühlen kann.Der Darsteller von Mahone ist William Fichtner, der meiner Meinung nach einer der besten Schauspieler der letzten Jahre ist. Er hatte z.B. Nebenrollen in den Filmen Pearl Harbor, Heat, The Dark Knight und Equilibrium. Weiterhin spielte er eine Hauptrolle in der Mysterieserie Invasion.

 

6.) Lex Luthor (Smallville): Viele werden ihn kennen. Der Erzfeind von Superman. Luthor wächst in einer reichen Familie auf und hat aufgrund der schieren Menge seines Geldes extrem viel Einfluss und Macht. Er benutzt seine Gelder jedoch meist um riskante Experimente – mitunter an Menschen – durchzuführen, um die Grenzen der Machbaren zu übersteigen und um die Kraft und Eigenschaften des Kryptonit-Gesteins zu erforschen. Er tut fast nichts ohne Hintergedanken und man sollte ihm besser keinen Gefallen schuldig sein. Dagestellt wird er von Michael Rosenbaum.

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